Maisernte 2026: Nacherwärmung und Qualitätsverluste beim Silieren vermeiden
Silomais nach Trockenheit ernten: Worauf sollten Sie achten?
Die
Kombination aus schnellem Wachstum im Frühjahr, hohen Temperaturen und
anhaltender Trockenheit führt nicht nur zu einer frühen Abreife des Maises,
sondern bringt auch bei der Ernte besondere Herausforderungen mit sich. Worauf
sollten Sie in diesem Jahr besonders achten, um den Futterwert in der Silage zu
erhalten? Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt.
„Legen Sie den Erntezeitpunkt also nicht nur anhand des Kolbens fest, sondern auch anhand des Trockensubstanzgehalts der gesamten Pflanze.“
Schnelle
Abreife verkürzt das Erntefenster
Die günstigen Wachstumsbedingungen im Frühjahr sorgten für eine schnelle Entwicklung der Bestände. Die anschließenden hohen Temperaturen beschleunigen die Abreife, sodass der optimale Erntezeitpunkt früher als üblich erreicht werden kann. Durch Trockenstress können Pflanze und Kolben unterschiedlich schnell abreifen. Bestimmen Sie den Erntezeitpunkt deshalb nicht nur anhand des Kolbens, sondern berücksichtigen Sie auch den Trockenmassegehalt (TM) der Gesamtpflanze. So vermeiden Sie, zu lange auf eine weitere Kornabreife zu warten, während die Restpflanze bereits zu trocken für eine optimale Silierung wird.
Bei einem TM-Gehalt der Gesamtpflanze von über 36 % steigt das Risiko einer Nacherwärmung bei der Entnahme und Fütterung. Beurteilen Sie deshalb jeden Schlag einzeln und planen Sie Ernte und Silierung rechtzeitig.
Eine gute Silage beginnt jetzt!
Indem Sie für jeden Schlag den richtigen Erntezeitpunkt bestimmen, auf eine gute Verdichtung achten und das Silo schnell und luftdicht verschließen, lassen sich viele Konservierungsverluste vermeiden.
Gerade in einem trockenen Anbaujahr entscheidet ein sorgfältiges Siliermanagement darüber, ob Sie eine stabile Silage mit möglichst hohem Futterwerterhalt oder eine Silage mit unnötigen Verlusten durch Nacherwärmung und Schimmelbildung erhalten.
Ein Siliermittel kann ein mangelhaftes Siliermanagement nicht ausgleichen. Umgekehrt sorgt ein gutes Siliermanagement dafür, dass ein Siliermittel seine Wirkung optimal entfalten kann. Gerade diese Kombination trägt zu einer stabilen Silage mit möglichst geringen Konservierungsverlusten bei. Zusätzliche Aufmerksamkeit bei der Silierung hilft deshalb, wertvolle Nährstoffe zu erhalten.
Praktische Checkliste für die Maisernte
- TM-Gehalt der Gesamtpflanze bestimmen
- Jeden Schlag einzeln beurteilen
- Für eine gute Verdichtung sorgen
- Silo unmittelbar luftdicht abdecken
- Bestand und Erntegut auf Schimmelbefall kontrollieren
- Silage nach dem Öffnen auf Nacherwärmung kontrollieren und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen.
Wann sollten Sie besonders aufmerksam sein?
- TM-Gehalt > 36 %
- Sichtbar abgestorbene Blätter
- Große Unterschiede innerhalb eines Schlages
- Fusarium-Befall
- Nacherwärmung bei früheren Silagen
- Ernte bei hohen Temperaturen