Wie funktioniert die natürlichen Abwehrmechanismen der Zitze?
Was für eine Fußballmannschaft die Verteidiger sind, sind für das Euter die Zitzenhaut und die Zitzenöffnung. Sie verhindern, dass Bakterien wie E. coli, Staphylococcus aureus und Streptococcus uberis in das Euter eindringen und Schäden anrichten können. Die Zitzen sind ein wichtiges Glied im Abwehrmechanismus und benötigen daher zusätzliche Aufmerksamkeit, um eine optimale Zitzenkondition zu gewährleisten.
Die Zitze und insbesondere der Schließmuskel bilden die physische Barriere zwischen der Umwelt und dem Eutergewebe. Rund um das Melken ist das Risiko des Eindringens von Bakterien am höchsten. Aber auch zwischen den Melkvorgängen befinden sich die Zitzen in einer keimreichen Umgebung. Darüber hinaus erhöhen Zitzenschäden das Risiko auf Infektionen.
Die Zitzenhaut
Eine gesunde Zitzenhaut ist die erste Verteidigungslinie des Immunsystems. Sie ist geschmeidig und widerstandsfährig gegen äußere Einflüsse wie Melken, saugkraft des Kalbes oder extreme Wetterbedingungen. Die Zitzenhaut verfügt über einen schützenden Säureschutzmantel, der die Haut vor Reizungen und übermäßigem Bakterienwachstum schützt. Beim Melken wird der Säureschutzmantel abgewaschen und kann dann die aut nicht mehr schützen. Die Zitzendesinfektion mit einer guten Pflege der Zitzenhaut ist daher ein Muss bei der Mastitis-Prävention. Zitzen können durch ein Einstreumaterial mit hohem pH-Wert rissig werden, was wiederum ein zusätliches Risiko darstellt. Verwenden Sie daher ein Boxeneinstreumittel, das sowohl eine desinfizierende Wirkung als auch einen hautneutralen pH-Wert aufweist.
Keratin-Pfropfen
Über den Strichkanal können Bakterien in das Euter gelangen und das Milchdrüsengewebe befallen. Deshalb wird der Kanal durch einen Keratin-Pfropfen verschlossen. Keratin ist ein wachsartiges Material, das von den inneren Schichten des Strichkanals abgesondert wird und antibakterielle Eigenschaften aufweist. Durch den Milchfluss wird der Keratin-Pfropfen herausgespült. Während der Laktation hat der Strichkanal nicht genug Zeit, den Keratin-Pfropfen wieder vollständig zu regenerieren. In der Trockenstehzeit wird der Keratin-Pfropfen nicht mehr herausgespült und verhindert das Eindringen von Bakterien. Je nach Milchleistung zum Zeitpunkt des Trockenstellens dauert es mehrere Tage bis Wochen, bis der Zitzenkanal vollständig geschlossen ist. Daher können die Zitzen während des Trockenstellens einen zusätlichen Schutz gut gebrauchen.
Strichkanal
Der Schließmuskel der Zitze schliest die Zitzenöffnung und verhindert, dass Milch aus dem Euter herausfließt. Während des Melkens ist die Zitzenöffnung offen. Eine gesunde Zitzenöffnung bleibt bis zu einer halben Stunde nach dem melken geöffnet. Bei geschädigten oder verhornten Zitzenspitzen dauert dies länger. Während des Melkens verhindert der Milchfluss das Eindringen von Bakterine. In der Zeit kurz vor dem Melken bis eine halbe Stunde nach dem Melken können Bakterien jedoch ungehindert in den Zitzenkanal eindringen. In Roboterbetrieben, in denen die Kühe nach dem Melken nicht eine halbe Stunde lang fixiert werden können, sollte daher der Liegeboxenhygiene besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Verhornung der Zitzenspitze
Schäden an der Zitzenspitze entstehen häufig durch übermäßigen Druck der Zitzengummis während des Melkvorgangs. Geschädigte oder verhornte Zitzenspitzen schließen nicht mehr vollständig und sind ein idealer Ort für die Besiedlung mit Krankheitserregern. Eine Verhornung der Zitzenspitze (Hyperkeratose) ist als weißer Ring erkennbar. Dieser ist anfangs noch weich, kann sich jedoch später zu einem rauen Ring entwickeln. Diese Verhornung ähnelt einer Wurzel , die bis in den Zitzenkanal eindringt und verhindert, dass dieser sich vollständig schließen kann. Die Bakterien können so ungehindert in das Euter eindringen. Mit zunehmender Melkdauer steigt das Risiko der Verhornung. Viereckige Zitzengummis erhöhen die Melkgeschwindigkeit und massieren die Zitze auf eine weniger belastende Weise als herkömmliche Zitzengummis. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verwendung von viereckigen Zitzengummis die Kondition der Zitzenspitze erheblich verbessert.
Wählen Sie die richtige Zitzendesinfektion
Die Zitzendesinfektion nach dem Melken ist eine sehr wirksame Vorgehenweise Krankheitserreger abzutöten und die Zitzen zu pflegen. Welcher Wirkstoff am besten geeignet ist, hängt vom Infektionsdruck und der Zitzenkondition ab. Chlordioxid wirkt sehr schnell und effektiv gegen schädliche Mikroorganismen und ist besonders bei hohem Infektionsdruck zu empfehlen. Milchsäure kommt von Natur aus in der Milch vor. In Kombination mit hautpflegenden Inhaltsstoffen bietet ein Spraymittel auf Milchsäurebasis einen guten und pflegenden Schutz. Chlorhexidin hat hautfreundliche Eigenschaften und eignet sich daher hervorragend für Betriebe, in denen der Zustand der Zitzen besondere Aufmerkamskeit erfordert. Heemskerk hat für jede betriebsspezifische Situation ein geeignetes Zitzendesinfektionsmittel im Sortiment. Informieren Sie sich bei Ihrem Fachberater oder kontaktieren Sie unser Support-Team.