Protein beginnt im Boden
Der Rückgang der Proteingehalte in Grobfutter ist für viele Milchbauern bekannt. Dennoch liegt die Lösung nicht nur in der Anpassung der Düngung oder im Zukauf von zusätzlichem Eiweiß, sondern beginnt viel früher. Die Grundlage für eiweißreiches Gras liegt im Boden.
Durch Investition in die Bodenqualität und das Bodenleben wird mehr Stickstoff aus dem eigenen Boden für die Pflanze verfügbar. Das erfordert eine andere Sichtweise: nicht nur darauf, was man zuführt, sondern vor allem darauf, was der Boden bereits in sich hat und wie man dies besser nutzt.
Kurz gesagt...
Mehr Eiweiß im Gras beginnt mit einem lebendigen, gut balancierten Boden. Durch Aktivierung des Bodenlebens, Optimierung des Kalzium-Magnesium-Verhältnisses und gezielten Einsatz von Schwefel wird mehr Stickstoff aus dem eigenen Boden verfügbar. Dies sorgt für eine stabilere Eiweißproduktion, bessere Nutzung von Gülle und geringere Abhängigkeit von Kunstdünger.
Weniger abhängig von Kunstdünger, mehr aus eigenem Boden
In den letzten Jahren hat sich auf vielen Milchviehbetrieben das Gleichgewicht verändert. Gülle wird abgeführt, während Kunstdünger gekauft wird, um die Erträge und den Eiweißgehalt aufrechtzuerhalten. Genau diese Situation macht es interessant, sich den Boden anders anzusehen. Es gibt viel Potenzial, den Stickstoff und die Mineralien, die bereits im Boden vorhanden sind, besser zu nutzen. Indem der Boden aktiver und widerstandsfähiger gemacht wird, entsteht eine Grundlage für eine stabile Grundfutterproduktion mit weniger Abhängigkeit von Kunstdünger.
Bodenleben als Motor für Stickstoffverfügbarkeit
Ein aktives Bodenleben ist unerlässlich, um Stickstoff aus dem Boden für das Gras verfügbar zu machen. Pilze und Bakterien spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sorgen für die Umwandlung von organischer Substanz und setzen Mineralien frei, die die Pflanze aufnehmen kann. Gezieltes Arbeiten an der Bodenlebendigkeit erhöht die Stickstofflieferfähigkeit des Bodens. Dies schlägt sich in einem gleichmäßigeren Wachstum des Grases, einer besseren Nutzung von Düngemitteln und einer stabileren Zufuhr von Stickstoff zur Eiweißbildung nieder.Calcium-Magnesium-Verhältnis steuert die Stickstoffaufnahme
Neben der Aktivierung des Bodenlebens spielt auch die Mineralstoffbalance im Boden eine wichtige Rolle bei der Verfügbarkeit von Stickstoff. Besonders das Verhältnis zwischen Calcium und Magnesium im Ton-Humus-Komplex ist wichtig. Bodenanalysen zeigen, dass ein Calcium-Magnesium-Verhältnis von etwa 90/10 oder 68:12 (abhängig vom Untersuchungslabor) für eine bessere Struktur und eine günstigere Aufnahme von Nährstoffen durch die Pflanze sorgt. Also effizienter vom Gras genutzt. Durch gezielte Steuerung kann mehr verfügbarer Stickstoff für die Pflanze entstehen.
Untersuchungen des Louis Bolk Instituts zeigen, dass bei dem idealen
Verhältnis im Ton-Humus-Komplex die Stickstoff-Lieferfähigkeit im Boden erhöht
wird. Das ideale Verhältnis beträgt 68:12 (oder 90:10 bei z.B. Eurofins
Ergebnissen), in diesem Beispiel liefert es 40 kg N/ha.
Graslandperceel waarbij deel behandeld is met Grow PEQ MiCrops en deel onbehandeld, laat een duidelijke scheiding zien tussen de behandelde en onbehandelde deel.
Messbare Ergebnisse in Bodenanalysen
Dass das Management von Bodenleben und Bodenchemie Wirkung zeigt, wird in den Bodenanalysen sichtbar. Wenn Bodenanalysen desselben Feldes über mehrere Jahre nebeneinander gelegt werden, treten deutliche Unterschiede zutage. Nach dem Einsatz von GrowPEQ MiCrops und Grow PEQ Akticalc+ zeigen die Analysen, dass mehr Stickstoff für die Pflanze verfügbar wird. Auch das Phosphatniveau zeigt eine positive Entwicklung.Schwefel als Schlüsselfaktor zwischen Stickstoff und Eiweiß
Für die Umwandlung von Stickstoff in Eiweiß im Gras wird Schwefel benötigt. Wenn Schwefel fehlt, kann Stickstoff weniger effizient genutzt werden und der Effekt auf den Eiweißgehalt bleibt aus. Deshalb verdient die Schwefeldüngung einen festen Platz im Bodenmanagement. In der Praxis ist elementarer Schwefel Grow PEQ S eine logische Wahl. Diese Form wird allmählich verfügbar und versorgt die Pflanze während der gesamten Wachstumsperiode mit Schwefel. Dies im Gegensatz zu KAS-Schwefel, bei dem es bei Niederschlag zur Auswaschung kommen kann und der Effekt begrenzt bleibt. Bodenanalysen mit einem Schwefelwert unter 50 zeigen an, dass eine Ergänzung notwendig ist, um die Eiweißbildung im Gras zu unterstützen.
Beginne bei den Grundlagen: Messen ist Wissen
Ein gezielter Ansatz für das Bodenmanagement beginnt immer mit Einsicht. Eine umfassende Bodenprobe bildet dabei die Grundlage. Indem man nicht nur auf Standardwerte blickt, sondern auch auf Kennzahlen, die etwas über das Bodenleben, das Mineraliengleichgewicht und die Verfügbarkeit aussagen, wird klar, wo der Boden Chancen ungenutzt lässt. Diese Informationen geben Entscheidungsrichtungen in Bezug auf Düngung und Bodenbehandlung vor. Ohne diese Grundlage bleibt die Steuerung der Bodenqualität hauptsächlich intuitiv, während die Analysen genau zeigen, wo Nachsteuerung Wirkung zeigt und wo nicht.
Steuerung auf Parzellenebene mit Aufgabenplänen
Wenn die Grundlage gegeben ist, bieten Aufgabenpläne zusätzlichen Einblick, um gezielt zu steuern. Indem man im Laufe des Jahres den Ertrag pro Parzelle verfolgt, wird sichtbar, wo der Boden optimal arbeitet und wo noch Verbesserungspotenzial besteht. Dieser parzellenspezifische Ansatz macht Unterschiede innerhalb des Betriebs sichtbar und hilft, Maßnahmen besser abzustimmen. In Kombination mit Bodenanalysen entsteht so ein praktisches Steuerungsmittel, um Bodenverbesserungen mit dem Ertrag und der Qualität des Raufutters zu verknüpfen.