Neuer Melkstand brachte neue Herausforderungen mit sich
Durch die richtigen Maßnahmen wieder Kontrolle über die Eutergesundheit
Im Jahr 2019 machte die Familie van Beek mit der Umstellung auf einen neuen 2x14-Fischgräten-Melkstand einen großen Schritt nach vorne. Die Kapazität des Melkstands verdoppelte sich und die Melkzeiten wurden kürzer. Doch der Fortschritt hatte auch eine Kehrseite. Seit der Inbetriebnahme stieg die Zellzahl und die Eutergesundheit verschlechterte sich.
Höhere Kapazität, aber steigende Zellzahl
In Raamsdonkveer in Brabant melkt Tjeu zusammen mit seinen Eltern Peter und Monique 130 Milchkühe und versorgt das dazugehörige Jungvieh. Vor etwa 6 Jahren wurde der alte Melkstand, in dem 2 x 7 Kühe gemolken wurden, durch einen neuen Melkstand mit einer doppelt so hohen Kapazität ersetzt. Während sie im alten Melkstand noch Zeit hatten, die Zitzenbecher zwischendurch mit warmem Wasser zu spülen, war dies im neuen Melkstand nicht mehr möglich. In den Monaten nach der Umstellung stellten sie einen Anstieg der Zellzahl und eine Verschlechterung der Eutergesundheit fest. Spitzenwerte von bis zu 300.000 Zellen waren keine Ausnahme mehr, sehr zum Leidwesen von Vater und Sohn.
Milchgewinnung und Liegeboxen unter der Lupe
„Was haben wir nicht alles versucht“, sagt Tjeu noch etwas frustriert, wenn er an die Zeit zurückdenkt, in der die Zellzahl einfach nicht sinken wollte. „Die Melkanlage wurde von oben bis unten überprüft, vom Vakuum bis zu den Milchschläuchen und Leitungen. Wir haben Nassmessungen durchführen lassen, um sicherzustellen, dass technisch alles in Ordnung war.“ Auch am Liegeboxenmanagement wurde gefeilt. Die Familie stellte von Gülleseparat auf eine Stroh-Kalk-Mischung in den Boxen um. „Wir haben auch Löschkalk ausprobiert, aber das führte wieder zu wunden Zitzen“, erzählt Tjeu. Außerdem wurden die Kühe nach dem Melken länger aus den Liegeboxen herausgehalten und Tiere mit einer hohen Zellzahl erhielten ein Band, damit die Zitzengummis nach dem Melken zusätzlich gespült werden konnten.Steigende Zahl von Mastitis-Fällen
Mit steigender Zellzahl nahm auch die Zahl der Mastitis-Fälle zu. „Sowohl ältere Kühe als auch Färsen waren davon betroffen, manchmal schon früh in der Laktation, manchmal erst am Ende“, fährt Tjeu fort. Es wurden zahlreiche bakteriologische Untersuchungen durchgeführt, jedoch ohne eindeutiges Muster. „Mal deuteten die Ergebnisse auf Umweltbakterien hin, mal auf kuhgebundene Bakterien. Es war einfach unmöglich, sich daran zu orientieren“, seufzt er. Die wechselnden Ergebnisse machten es schwierig, gezielte Maßnahmen zu ergreifen.„Mal deuteten die Ergebnisse auf Umweltbakterien hin, mal auf kuhgebundene Bakterien. Es war einfach unmöglich, sich daran zu orientieren.“
Zeitrafferkamera deckt Teil des Problems auf
In Absprache mit dem Tierarzt, der inzwischen eng in das Management eingebunden war, wurde beschlossen, eine Zeitrafferkamera im Stall zu installieren. Nachts wurden Aufnahmen gemacht, in der Hoffnung, endlich zu sehen, wo das Problem lag. „Wir sahen, dass die Kühe nachts zu lange ohne Futter standen”, so Tjeu. „Dadurch kommt es zu starken Schwankungen des pH-Werts im Pansen, was die Pansenübersäuerung begünstigt und die Widerstandsfähigkeit der Kühe verringert.” Gemeinsam mit dem Tierarzt wurde beschlossen, den Fütterungsplan anzupassen. „Wir füttern jetzt später und mehr, um den Pansen stabil zu halten.“ Inzwischen sorgt ein automatischer Futterschieber dafür, dass Tag und Nacht Futter verfügbar ist und die Futteraufnahme ständig angeregt wird. „Für die Widerstandsfähigkeit der Kühe war das ein sehr guter Schritt“, sagt Tjeu zufrieden.
Infektionsdruck senken
Neben der Stärkung der Widerstandsfähigkeit ging die Familie van de Beek auch gegen den Infektionsdruck vor. Die Tiefstreuboxen werden abwechselnd mit Gülleseparat oder einer Stroh-Kalk-Mischung gefüllt. Die Liegeboxen werden täglich gereinigt und mit einer neuen Schicht BoxClean versehen. Dieses als Biozid registrierte Einstreumittel sorgt dafür, dass schädliche Bakterien in der Liegebox wirksam abgetötet werden.Desinfektion der Melkzeuge
„Außerdem haben wir mit dem Vorschäumen begonnen und sind auf ein anderes Dipmittel umgestiegen”, erzählt Tjeu. Seit einem Jahr verwenden sie UDDERgold Platinum, ein Barriere-Dipmittel, das zwischen den Melkvorgängen eine Schutzschicht über die Zitzen bildet. Auch die Melkroutine wurde angepasst, um Kreuzkontaminationen über die Melkzeuge zu vermeiden. „Wenn die Kühe leer sind, dippe ich zuerst von vorne nach hinten. Dann lasse ich die Kühe los und wenn ich zurücklaufe, sprühe ich Kenoxylac in alle Zitzengummis“, erklärt er. Durch die feine Zerstäubung desinfiziert dieses gebrauchsfertige Spray die Zitzengummis schnell und effektiv. „Das machen wir nicht nur bei Kühen mit hoher Zellzahl, sondern bei allen. Das kostet mich etwa eine Viertelstunde zusätzliche Zeit pro Melkvorgang, aber es funktioniert“, lautet seine Erfahrung.
Ergebnis: bessere Zellzahl, gesündere Euter und mehr Freude an der Arbeit
Es war ein langer Weg, aber die Kombination aus gezielten Maßnahmen und zuverlässigen Produkten hat dafür gesorgt, dass die Familie Van Beek die Eutergesundheit und die Zellzahl wieder unter Kontrolle bekommen hat. „Bei der letzten Milchkontrolle lag die geometrische Zellzahl wieder bei 84”, berichtet Tjeu zufrieden. „Aber mindestens genauso wichtig ist, dass die Freude an der Arbeit zurückgekehrt ist. Kranke Kühe machen nicht glücklich.”„Genauso wichtig ist, dass die Freude an der Arbeit zurückgekehrt ist. Kranke Kühe machen nicht glücklich.“
Zellzahlverlauf - Stetiger Rückgang dank wirksamer Maßnahmen
Nach der Umstellung auf einen neuen Melkstand hatte Familie van Beek einige Jahre lang mit einer zu hohen Zellzahl zu kämpfen. Das gesamte Management wurde unter die Lupe genommen und das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln angegangen. Das Ergebnis war eine stetig sinkende Zellzahl.Seit Ende Oktober 2024 werden alle Zitzengummis nach jedem Melkvorgang mit Kenoxylac desinfiziert, und seit Dezember 2024 wird der Infektionsdruck über die Liegeboxen mit Hilfe von BoxClean*) bekämpft. Dieses als Biozid registrierte Boxeneinstreumittel wird täglich an der Stelle gestreut, an der die Kuh mit ihrem Euter liegt, und tötet schädliche Bakterien wirksam ab.
*) Registriertes Biozid Deutschland: N-115222 – Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch das Etikett und die Produktinformationen lesen.