Eutergesundheit und Hitzestress: Halten Sie die Zellzahl unter Kontrolle, auch nach Hitzeperioden
Hitzestress hört nicht auf, sobald die Außentemperatur sinkt. Kühe brauchen oft noch Tage oder sogar Wochen, um sich vollständig von einer Hitzeperiode zu erholen. In der Folgezeit bleibt die (Tank-)Zellzahl häufig erhöht, auch wenn der Stall inzwischen wieder in Ordnung zu sein scheint. Das liegt daran, dass Kühe bei Hitze weniger fressen, mehr stehen und weniger wiederkäuen, wodurch das Gleichgewicht zwischen Stallhygiene, Pansenfunktion und Widerstandsfähigkeit beeinträchtigt wurde.
Genau deshalb ist es wichtig, nicht nur während der heißen Tage wachsam zu sein, sondern auch in der Zeit danach der Eutergesundheit besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Konsequentes und hygienisches Arbeiten, wirksame Dips/Sprays und gutes Stallmanagement tragen dazu bei, die Zellzahl so stabil wie möglich zu halten.
Die Eutergesundheit wird von mehreren Faktoren beeinflusst und erfordert gründliche Untersuchungen und strukturelle Verbesserungen. Dennoch können Sie mit einer Reihe intelligenter Managementmaßnahmen schnell Ergebnisse erzielen. Im Folgenden finden Sie einige Quick Wins, die Ihnen helfen, die Zellzahl auch nach Hitzeperioden unter Kontrolle zu halten.
1. Verringern Sie die Kontaminationsgefahr in den Liegeboxen mit BoxClean®
Boxen sind ein Nährboden für schädliche Bakterien. Überprüfen Sie die Boxen mehrmals täglich auf Verschmutzungen und streuen Sie BoxClean an die Stelle, an der die Kuh mit ihrem Euter liegt. Dies senkt die Infektionsgefahr in den Boxen und wirkt 48 Stunden lang. Der neutrale pH-Wert sorgt dafür, dass die Zitzenhaut nicht beschädigt wird.
Tabelle 1. Anzahl der Bakterien (KBE/ml) nach Verwendung von BoxClean (Quelle: Lantmännen Analycen a/s, Dänemark)
In der Kontrollgruppe wurde kein Einstreumittel verwendet.
2. Melken Sie saubere Zitzen
Verhindern Sie die Übertragung von Bakterien während des Melkens, indem Sie die Zitzen gründlich reinigen und trocknen, bevor Sie das Melkzeug anlegen. Durch die Vorbehandlung mit TeaterClean®-Vorbehandlungstüchern reinigen und trocknen Sie die Zitzen in einem Arbeitsgang und entfernen bis zu 85 % der Bakterien von der Zitze. In Kombination mit Melkhandschuhen kann dieser Wert sogar auf 98 % steigen.
*) Studie der Cornell University.
Schnelles und effektives Reinigen und Trocknen von Zitzen mit TeaterClean
3. Die Melkzeuge mit Kenoxylac
Mit einem zusätzlichen Reinigungsschritt zwischen den Melkvorgängen, insbesondere nach Kühen mit erhöhter Zellzahl, verringern Sie das Risiko einer Kreuzkontamination erheblich. Mit Kenoxylac desinfizieren Sie die Melkzeuge ganz einfach. Es ist gebrauchsfertig, wirkt einfach und schnell und erfordert nur wenige zusätzliche Handgriffe.
4. Verwenden Sie das richtige Desinfektionsmittel für Zitzen
Da der Infektionsdruck hoch ist, sollten Sie ein Desinfektionsmittel für Zitzen verwenden, das sowohl gegen Umweltbakterien wirksam ist als auch eine gute Barriere bildet. Das auf Chlordioxid basierende Desinfektionsmittel HCP Shield 24/24*) tötet schädliche Bakterien wirksam ab. Betrieben, die sprühen, oder Roboterbetrieben empfehlen wir ein abtötendes und pflegendes Spray aus der HCP-Reihe. Die Haut ist nach wie vor die erste Verteidigungslinie gegen Bakterien. Eine gesunde und intakte Haut ist besser vor schädlichen äußeren Einflüssen geschützt.
Wählen Sie eine Zitzendesinfektionsmittel, das gegen Umweltbakterien wirksam ist und eine gute Barriere bildet.
5. Überprüfen Sie die Robotereinstellungen häufiger
Behalten Sie die Daten aus dem Robotermanagementsystem genau im Auge. Achten Sie auf Abweichungen in der Milchleistung oder den Melkzeiten. Überprüfen Sie, ob die Euter richtig vorbehandelt werden, und achten Sie besonders auf die Reinigung der Bürste. Überprüfen Sie auch regelmäßig das Sprühmuster. Werden alle Zitzen richtig getroffen?
Achten Sie besonders auf die Reinigung und kontrollieren Sie die Vor- und Nachbehandlung der Zitzen häufiger.
Mit den oben genannten Maßnahmen können Sie kurzfristig mit einem Rückgang der Zellzahl rechnen. Für strukturelle Verbesserungen ist es wichtig, das gesamte Management unter die Lupe zu nehmen. Ob Melkprotokoll, Liegeboxenhygiene, Trockenstehermanagement oder Rationsoptimierung – unsere Rinderspezialisten denken gerne mit Ihnen über einen Ansatz nach, der zu Ihrem Betrieb passt.